Sonntag, 29. August 2010

Neue Meldungen aus Nablus

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Liebe Weltenbummler, liebe daheim Gebliebenen. Es ist mal wieder Zeit etwas im Blogg zu schreiben. Obwohl die Zeit, die ich vorher dafür hatte, immer knapper wird. Die Uni hat sich nun in ihrem Alltag eingefunden und ich bin sehr zufrieden mit meinen Kursen. Ausgenommen mein Arabischlehrer, dessen Faulheit und Arroganz mich zur Weißglut bringt. Ständig lässt er den Unterricht aus Gründen wie „ Es kommt eine interessante Sendung im Fernsehen“ ausfallen und er schafft es nie eine volle Stunde zu unterrichten. Dann ist er mit dem Lesen so ungeduldig, dass er nach der Hälfte meines gelesenen Satzes einfach weiter liest! Aber da Kevin (mein Arabischkollege) und ich einen anderen Lehrer noch auftreiben konnten, kann ich mir das Schauspiel gelassen anschauen. Am Wochenende war ich in Amman zu Besuch bei meiner alten Gastmutter und der Aufwand an der Grenze usw. hat sich für das Wochenende voll gelohnt. Nur eines möchte ich zum Thema Grenze sagen (als verwöhntes EU-Mitglied): Man nennt das Diskriminierung, wenn man während des ganzen Prozesses als potentieller Verbrecher behandelt wird! Und dabei ist bei mir das Prozedere ganz normal abgelaufen! Das heißt: JEDER, der über die Grenze will, muss sich einer Diskriminierung aussetzen und wenn man sich dann doch ein bisschen falsch verhält, hat man den Salat und kann schonmal ein Feldbett aufschlagen. Als ich endlich in Amman ankam, haben Heidi, ihre Tochter Diana ihre Kinder und ich dann einfach den ganzen Nachmittag und Abend im Garten verbracht und uns auf viertel nach Sieben gefreut (Fastenbrechen ). Am nächsten Tag bin ich erst mittags aufgewacht, was mir gezeigt hat, dass der Grenzübergang mir mental doch wesentlich mehr abverlangt hatte, als ich vermutet habe. Der Rückweg war hingegen ein regelrechter Luxus, da ich mit einem gtz-Mitarbeiter, der ein Arbeitsvisum hat, bis nach Jerusalem mitfahren konnte. Das war dann – im Gegensatz zur Hintur von drei Stunden – eine Sache von 30 Minuten. Nur das Milchpulver, dass ich für eine schwangere Freundin in Amman günstiger als in Nablus bekommen konnte, veranlasste die israelischen Grenzbeamten zu einem spontanen Sprengstofftest.
Erschöpft vom Wochenende habe ich mich dann heute durch den Tag gequält. Und auch wenn ich das Fasten nicht komplett mache (etwas trinken muss sein), schlaucht es mich mittlerweile sehr. Da hilft auch die Knafa (warmer Käse mit krossen Nüdelchen oben drauf, Pistazienstückchen und nicht zu wenig Zuckerwasser) abends nicht, um mir genug Power für den nächsten Tag zu geben. Aber am nächsten Wochenende haben wir es geschafft.
Mit der arabischen Konversation geht es auch Stück für Stück bergauf. Obwohl es besonders am Abend, wenn mein Kopf bis zum Rand voll ist mit neuen Eindrücken und tausend neuen Wörtern und Redewendungen, oft frustrierende Momente gibt, die mich an meinem Plan zweifeln lassen. Aber ich vertraue auf die ermutigenden Worte meiner Bekannten .
Es rufen die Vokabeln, bis bald!
Foto heute: Lama (meine schwangere Bekannte und Ehefrau meines „Betreuers“ Othman), Ihr Mann Othman und ihre drei Söhne, die meine besten Arabischlehrer sind, Mahmud, Nur und Hadi.

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