Montag, 13. September 2010

عيد سعيد

Hallo! Alles gute zum Fest! Am Freitag haben wir das Fastenbrechen gefeiert. Aber mal ganz ehrlich: Ich merke keine Veränderung, die Erlösung lässt auf sich warten. Denn der verflixte Appetit sagt nämlich jetzt: NÖ! Kein Hunger, Magen zwar leer, aber ich tu mal so als hättest Du keinen Hunger, liebe Birthe. Schönes Dilemma. Aber wenigstens darf man jetzt wieder auf der Straße was trinken :)
SChnell zu meinen vorherigen Schreiberinnen: Aline! Ich habe schon mein norwegisches Lieblingswort entdeckt: hybbelig :)
Richtung Villius: Hast Du schon die Streichholzkirchen entdeckt? Ich weiß nicht, ob es die in Litauen auch gibt. Kenne sie noch aus Russland. Sehr beeindruckend. Kein einziger Nagel, kein Leim, alles hält sich mit Holz!
Jetzt zu Nablus. Mein Laptop ist wieder zurückgekehrt und hat mir nun nach seiner Meuterei ewige treue geschworen. Ich hoffe, er wird den Schwur nicht brechen.
Die Feiertage habe ich bei der Familie meiner Mitbewohnerin verbracht, in einem kleinen Dorf in der Nähe von Kalkillya. Kennen vielleicht einige aus den Nachrichten. Das ist die Stadt, die bis auf einen 10 Meter breiten Durchgang komplett eingemauert ist. Aber das Wochenende war sehr schön. Viel geschlafen, meine kulinarischen Fertigkeiten im palästinensischen Bereich erweitert und eine gute arabische Hausfrau gegeben, wenn der Besuch kam. Das ist nicht zynisch gemeint. Hier muss ich ein großes Lob an die Immy (die Mutter meines Freundes) aussprechen! Dank ihr habe ich mich beim Tee machen und Gäste bedienen nicht blamiert und so waren auch Majdas Eltern glücklich, dass ich da war.
Leider bin ich am Samstag schon wieder krank geworden (das 2. mal in der Woche) und musste gestern schon zurück. Ein schönes Dilemma ist das. Zu Hause werde ich nie krank und wünsche mir immer auch endlich mal im Bett liegen zu müssen und mich bedienen lassen können, und hier haut es mich glatt zweimal um! Naja. Ich werde die Sache im Auge behalten und mich schonmal um einen guten Arzt kümmern, für den Notfall.
Morgen ist das lange Wochenende vorbei und die Uni beginnt wieder. Aber am Donnerstag ist ja schon wieder Wochenende :) Da fahre ich für einen Tag nach Jerusalem und treffe den Chef der UNRWA. BIn schon sehr gespannt und lese mich schon fleißig ein. Hatte erst vor, das ganze Wochenende dort zu bleiben. Aber da die Strecke nur eine Sache von einer guten Stunde ist, werde ich mir die teuren Hostelpreise sparen und einfach immer wieder mal an den Wochenende rüberhüpfen. Dann plagt mich auch nicht mein schlechtes Gewissen wegen dem Unikram.
So. Genug der Worte, heute werde ich mal "früh" ins Bett gehen - sprich halb eins. Ja, ich bin zum Nachtschwärmer mutiert, frühe Schlafenszeit ist hier ein Fremdwort und Mittagsschläfchen hoch respektiert :). Gefällt mir auch mittlerweile ganz gut
Somit eine gute Nacht und bis bald!
مسأ الخير و مع السلامة

Ich winke euch aus Vilnius



Hallo ihr Lieben,

nach viel zu langer Zeit melde ich mich nun endlich mal wieder bei euch. Ich hoffe euch geht es allen genauso gut, wie mir und ihr habt einen guten Schulstart bzw. die Hausarbeiten-Deadline gut gemeistert.
Ich sitz hier gerade nach anderthalb verregneten Wochen mit einer ziemlichen Erkältung – aber trotzdem glücklich. Die Vorlesungen haben nun gestartet, bzw. sind nun in vollem Gange und endlich steht auch mein Stundenplan ziemlich sicher fest. Ich wird wohl nur Vorlesungen direkt im Studiengang „War and Peace Studies“ besuchen – die sind ziemlich interessant, weil sie von einem total anderen Blickwinkel auf die Sache schauen (Sicherheit, Strategie etc. – sogar bei den Theorien werden hier fast gänzlich andere behandelt.) – nur Arbeit ist das hier noch mehr als zu Hause (für schlappe 4,5 punkte muss man drei verschiedene Prüfungsleistungen ablegen!). Außerdem sind die Vorlesungen im Master so ausgerichtet, dass man tagsüber arbeiten kann – finden also zwischen 16:45 Uhr und 20 Uhr statt.
Aber ich mach ja noch einen Litauisch-Sprachkurs, der dann doch auch mal früher stattfindetJ. Hab mich nun doch für Litauisch und gegen Russisch entschieden, weil es die Sprache ist, die ich hier fürs Leben brauche – und ich bin auch immer ganz stolz, wenn ich es hinbekomme mich ganz auf litauisch mit den Leuten zu verständigenJ.
Am Wochenende habe ich zusammen mit Sebastian ein paar sehr schöne Erkundungstouren durch Vilnius gemacht – hier gibt es wirklich unglaublich viel zu entdecken! Es gibt sehr viele sehr schöne Kirchen hier, viel Geschichte, viele schöne Cafes und Aussichtspunkte...
Nun habe ich mir aber auch vorgenommen an den kommenden Wochenenden die Umgebung zu erkunden und vielleicht auch so lange das Wetter noch schön ist (jetzt scheint die Sonne nämlich wieder) ein paar Einblicke in die Nationalparks bekommen.
Das Wohnheim ist seinen kleinen Zimmern und Kakerlaken, die einem ab und zu in der Küche guten Tag sagen eine kleine Herausforderung – aber irgendwie auch sehr schön, weil man immer Leute um sich rum hat, wenn man will. Und da meine Mitbewohnerin einen mir entgegengesetzten Schlaf-Wach-Rhythmus hat hab ich das Zimmer in den Abendstunden meistens für michJ Außerdem „fliehe“ ich einfach in eines der schönen Cafes, wenn es mir hier zu eng wird.

Ich hoffe es geht euch allen sehr gut, freue mich immer sehr von euch zu hören und sende liebe liebe Grüße.

Seid umarmt
Eure
Irene

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