Dienstag, 17. August 2010

Vierter Tag

Liebe Leserinnen und Leser: Die Herausforderung dämmert mir langsam. Ich bin mal echt gespannt, wie fit in Arabisch ich wiederkommen werde. Lakin (aber) wie sagt man doch so schön: learning by doing ;). Der Unterricht ist sehr improvisiert und ich lese wieder so langsam, wie im ersten Semester Arabisch (peinlich). Aber für eine Sache muss ich mich loben: Die Grammatik sitzt noch. So komme ich mit den Übersetzungen sehr gut zurecht. Das blöde ist nur, dass sie hier viele Synoyme benutzen. Für Haus, Student usw. Toll! Alles wieder von vorne!! Das Sprechen kommt noch immer nicht voll zum Einsatz, weil meine Mitbewohnerinnen noch immer nicht da sind und für das administrative Zeug an der Uni kann ich mein Arabisch in die Tonne kloppen :)
Aber nun zum eigentlich wichtigen Teil. Es ist noch immer ziemlich heiß hier und ich stehe ständig neben dem Dilemma: Entweder Du versuchst die verwunderten und teilweise anstarrenden Blicke durch weite unauffällige Kleidung einigermaßen zu hemmen, dafür aber fast zu zerfließen in der Hitze, oder du entblößt Dich und kannst Dich dann gleich an die nächste Straßenecke stellen … :) Nein Scherz. Die Studis sind hier bunt gemischt und ich bin gerade dabei meinen richtigen Dresscode herauszufinden. An die Blicke werde ich mich einfach noch gewöhnen mit der Zeit – und ja ein bisschen stolz bin ich dann doch auf mein exotisches Haar :).
Gestern und heute sind auffällig viele Kampfflieger hier rumgedüst, aber die Leute sind ziemlich gechillt und ignorieren das Getöse einfach. Also kein Grund zur Panik, ich vertraue auf ihre Erfahrungen. Wo wir schon beim Thema sind: Hier ist es – zynisch gesagt – sehr witzig. Zwischen den zwei Hügeln liegt die Stadt und über ihr thront Big Brother – der israelische Stützpunkt. Die fernen Lichter ganz oben (wie ein UFO), markieren den Stützpunkt und unten läuft das bunte Treiben. Leider ist der Stützpunkt auf dem Bild bei Nacht nicht zu sehen, nur die Aussichtsplattform von Nablus (die Lichterkette).CIMG0243
Auch witzig – aber diesmal nicht zynisch gemeint – war heute mein Abendspaziergang zu Bekannten. Es hatte gerade der Muezzin zum Abendgebet und damit zum Fastenbrechen gerufen und plötzlich war alles still! Kein Auto, keine schreienden Kinder, nichts! Nur das Klappern der Löffel und Gabeln auf die Teller tönte aus den offenen Fenstern. Aber neidisch war ich schon. Das ganze warme leckere Essen und ich bin noch nicht eingeladen worden :). Dabei kann ich mir nichts eigenes kochen, weil ich zu große Angst vor dem Gasherd habe (Traumata noch aus dem Chemieunterricht in der 7. Klasse). Aber ich bin mir sicher, bald darf ich auch auf dem Geschirr klappern :).CIMG0242

Damit verabschiede ich mich für heute und melde mich bald wieder, Eure Birthe

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