Montag, 18. April 2011

Soare în Timi

Primavara-in-Timisoara
Hallo Ihr,

oh je – nun hab ich mich schon wieder lange nicht gemeldet. Inzwischen ist es hier so richtig Frühling und wir hatten einige sehr warme Tage – aber zwischendrin leider immer wieder auch Regen.
Ansonsten ist hier alles immer noch gut – man lebt hier so in den Tag hinein – sowohl privat wie auch bei der Arbeit, und dann, da ich in einer Wohnung des Implementierungspartners wohne, vermischt sich Arbeit und Privates irgendwie – was ziemlich anstrengend sein kann.
Gestern war ich in einem orthodoxen Gottesdienst. Dort wird auch nur zu bestimmten Anlässen, wie z.B. gestern das Abendmal gefeiert. Man steht in der Kirche, anstatt zu sitzen – für Stühle wäre da aber auch kein Platz mehr gewesen. Die Kirche war gesteckt voll. In der Mitte gab es eine Reihe die sich langsam nach vorne arbeitete um das Abendmal zu empfangen. Ansonsten stand mindestens die Hälfte der Gemeinde um die Kirche rum und auf der Straße (der Gottesdienst wurde per Lautsprecher nach Außen übertragen). Und irgendwie schien es nicht so wichtig wann genau man kommt und geht – es gab schon einen festen Ablauf mit Gebeten und Gesängen – aber das meiste war ritueller Singsang. Nun bin ich gespannt auf Ostern! Da geht man zu mindestens 3 unterschiedlichen Gottesdiensten zu unterschiedlichen Tages und Nachtzeiten zwischen Freitag und Sonntag – das muss ich mir anschauenJ
Ansonsten – ich würde gerne mehr reisen – aber irgendwie war das bisher noch nicht so richtig möglich leider...
zumindest hab ich es zusammen mit Sebastian ins nahe gelegene Arad geschafft:
Arad
– ich hoffe dass ich im nächsten Monat noch zumindest nach Belgrad und Budapest komme!
Timisoara
Aber 3 Monate vergehen so schnell...
Nächste Woche ziehe ich dann auch um – mit den beiden italienischen Praktikantinnen hier zusammen – das wird sicher sehr lustig!

Liebe Grüße an euch alle –
Oder wie die Rumänen sagen: pa-pa!

Eure Irene

Piata-Viktoria-in-Timisoara

Timisoara1

Mittwoch, 23. März 2011

...

Buna ziua,

Ce faci?
So langsam lebe ich mich hier in Rumänien ein und lerne auch ein Bisschen die Sprache - zumindest ein Bisschen. Das ist zum Glück nicht sehr schwer, da Rumänisch zu den romanischen Sprachen zählt, wie der Name schon sagt...
Mh, hier in Rumänien ist es leider alles grau in grau - und der Frühling will dieses Jahr einfach nicht kommen... das ist etwas deprimierend - zumal ich in einem dieser wunderschön grauen Wohnblöcke von anno dazumal wohne. Die gute Nachricht ist: vor meinem Fenster ist nicht direkt der nächste Wohnblock sondern zumindest ein Baum - und ich warte darauf dass er grün wird.
Überhaupt bin ich überzeugt, dass das bisher grau-schläfrige Timisoara wunderschön wird, sobald die Sonne rauskommt - es hat auf jedenfall Potential und wird nicht umsonst das "Wien des Ostens" genannt.
Die Mädels mit denen ich hier zusammenlebe sind sehr nett - und unten seht ihr auch mal Bilder meines jüngsten Mitbewohners, der uns allen hier viel Freude bereitet.
In den vergangenen Wochen habe ich mich häufig an der rumänischen Gastfreundschaft erfreut und auch viel rumänisches Essen probiert, das leider viel Fleisch enthält, aber ansonsten ganz gut ist. Das einzige Problem mit der Gastfreundschaft hier ist, dass es den Rumänen extrem schwer fällt ein "Nein" zu akzeptieren - man muss also manchmal Dinge annehmen, die man nun wirklich nicht wollte, oder länger bleiben, weil man doch noch mitessen muss etc....
Die Arbeit ist interessant, ich denke ich nehme auch einiges mit - nur leider gibt es momentan für mich noch wenig zu tun.

Auf jeden Fall verbringe ich hier eine sehr interessante und schöne Zeit - auch wenn einige Dinge (wie das Wetter) durchaus noch steigerunsfähig wären.

in diesem Sinne
la revedere

Eure Irene

P.S.: mein jüngster Mitbewohner:
SAM_1440

Samstag, 5. März 2011

Ciao! aus Rumänien

Servus und Salut allerseits!

Nachdem ich in den letzten Monaten doch sehr schreibfaul war - bin ich nun schon in Rumänien angelangt. Litauen habe ich mit Tränen hinter mir gelassen und freue mich nun auf eine gute Zeit in Rumänien - gut angefangen hat sie schon:). Am Montag morgen bin ich nach 18 Stunden Busfahrt in Timisoara angekommen - und gleich freundlich begrüßt worden. Ich zog ein in meinem neuen, kleinen Zimmerchen in einer WG mit zwei lieben Rumäninnnen - nur um am nächsten Tag für 4 Tage nach Brasov abzureisen. Dort habe ich alles mögliche über die rumänische Kultur, Sprache - aber vor allem auch die soziale Lage und das (ächzende) soziale Hilfesystem erfahren. Freie Stunden habe ich genutzt um mir das Städtchen (zu Deutsch: Kronstadt) ein bisschen genauer anzuschauen:

Der Rathausplatz in Brasov
Der Rathausplatz in Brasov

Die Tauben sind allgegenwärtig - ob in Brasov oder in Timisoara
Tauben,Tauben,Tauben

Transylvanien
Transylvanien

SAM_1383

Und erste Impressionen von Timisoara habe ich heute auch gesammelt (leider hat sich die Sonne heute die meiste Zeit hinter grauen Wolken versteckt):

Die Leitungen verlaufen einer undurschaubaren Logik folgend
Einer undurchdringlichen Logik folgend....

Der Siegesplatz - mit einer orthodoxen Kathedrale
Der Siegesplatz

SAM_1431
Vom Einheitsplatz ging 1989 die Revolution aus, die nach und nach das ganze Land erfasste

und noch einen Blick in mein bescheidenes Heim (das Sofa ist zum Glück ausziehbar):
Zimmerchen

Liebe Grüße an euch alle! - Ich hoffe es geht euch gut!

Eure Irene

P.S.: Am 1. März war hier "Frauentag" oder "Muttertag" - da bekommen alle Frauen von den Männern schöne Kleinigkeiten - vor allem Broschen mit rot-weißen Bändern geschenkt - und die Mütter von ihren Kindern usw. - sogar ich habe einige Kleinigkeiten bekommen;)

Samstag, 25. Dezember 2010

God Jul!

Oha, ich bin etwas Blog-faul geworden ;-) meine Güte, wie schnell 4 Monate rumgehen! unglaublich! Oslo ist vorbei, ich bin wieder zu Hause und ich kanns noch gar nicht fassen....

Aber zu allererst: ich wünsche euch allen eine wunderschöne Weihnachtszeit, wo auch immer auf der Welt ihr gerade seit!

So, jetzt noch ein par abschliessende Bemerkungen zu Oslo ;-)
Die letzten zwei Monate waren toll und sehr intensiv! Im November war ich für eine Woche in Tromsø auf der Suche nach Nordlichtern - leider, leider habe die sich seeehr gut versteckt. Da sonst nicht allzu viel zu tun ist in Tromsø haben wir die Museen abgeklappert und erfahren, dass wir uns momentan in einer zyklischen Tiefphase der Nordlicht-Häufigkeit befinden... naja. Die Stadt ist trotzdem sehenswert, sehr klein, sehr charmant und sehr weit im Norden. Und da auch eine grosse Uni da ist, weist das kleine Tromsø die höchste Bar-Dichte pro Kopf auf - ist doch auch was ;-).
Danach habe ich noch zwei Mal Besuch von sehr guten Freunden aus der Schweriz erhalten (Merci, dir Liebä, isch seehr schön gsi sit dir cho!). Und an dieser Stelle muss ich kurz die Marburger schelten - schämt euch, keiner von euch hats geschafft auf Olso zu kommen, tststs ;-) Nein, nur Spass, ich weiss doch wies ist mit dem Zeit-haben und ich hätte erhlich gesagt auch zieeemlich Stress gehabt noch irgendwo Besuch dazwischen zu kriegen... Aber es wär schön euch wiedermal zu sehen!
Ja, dann kam das weniger erfreuliche, nämlich die doch unerwartet intensive Prüfungszeit direkt vor Weihnachten, inklusive mündlichen Klausuren, Paper zum einreichen und einer letzten Prüfung am 20. Dezember... aber jetzt is ja alles vorbei, und wenn ich höre welchen Stress ihr in Marburg mit den Forschungsarbeiten habt, will ich mich gar nicht beschweren! :-)

Traurig war die letzte Woche, mit unzähligen Abschieden von lieben Menschen, die mir in der kurzen Zeit sehr, sehr ans Herz gewachsen sind! Echt doof... :-(
Naja, ich hoffe jetzt einfach dass das stimmt was man sagt: man sieht sich immer zweimal im Leben. Ausserdem freu ich mich dafür umso mehr meine stark vermissten Lieben in der Schweiz und in Deutschland wiederzusehen - hat alles immer Gutes und Schlechtes :-)

Wie lange besteht der Blog eingentlich noch, wer ist alles noch unterwegs? Ich würde mir überlegen, meinen Beitrag von Oslo in Amman umzubenennen, da ich dort ab Januar für knapp 3 Monate ein Praktikum machen werden :-) yay, Weltenbummeln! Wie siehts bei meinem Mitschreibern so aus?
Auf jeden Fall freue ich mich sehr, euch alle früher oder später in Bern, Biel, Marburg oder wo auch immer wiederzusehen!

Und zum Schluss noch einmal: Frohe Weihnachten, schöni Wiähnachtä, God Jul! :-*

Montag, 8. November 2010

Man labai patinka Lietuvoje

SAM_1020
Aukstaitija nationalinis parkas

Hallo ihr Lieben,

oh je – das ist ja schon eeeeeeeeeeeeeewig her, dass ich euch von meinem Leben hier berichtet habe. – Wahrscheinlich, weil sich hier schon fast so etwas, wie „Alltag“ eingebürgert hat... – allerdings, zum Glück, ein anderer Alltag als zu Hause. Die Uni beginnt anstrengend zu werden – heißt: so langsam muss ich mal wirklich etwas tun! Zum Beispiel werden wir nächste Woche eine Zwischenprüfung in Völkerrecht haben: wir simulieren den International Court of Justice – und ich hab ausgerechnet die Rolle des Vorsitzenden Präsidenten dieses ehrwürdigen Gerichtes zugeteilt bekommen – ausgerechnet ich – ganz großes Kino! (Ich bin schon jetzt aufgeregt – uaaaaahhh). Ansonsten fühle ich mich hier inzwischen so richtig zu Hause – nur an die Kackerlacken in der Küche konnte ich mich noch nicht gewöhnen (ich erstarre, wenn sie aus ihren Löchern gekrochen kommen). Aber ich liebe Vilnius und Litauen überhaupt. Innerhalb der letzten Wochen habe ich mich angestrengt, so viel wie möglich von Land und Leuten mitzubekommen. Was schön ist: man lernt ständig neue Leute kennen, schließt immer wieder neue Freundschaften und lernt viel über verschiedenste Kulturen. An Litauen hat mir bisher am meisten die Natur gefallen. Ich war in einem der Nationalparks Litauens – und begeistert von der großartigen Seenlandschaft! Einfach wundervoll!
Letzte Woche hatte ich lieben Besuch von meinen Eltern, die ich hier herumführen durfte – es war mir eine Ehre und eine große Freude! Zu dieser Gelegenheit habe ich dann auch endlich Riga gesehen – eine schöne Statt – aber mir gefällt Vilnius dennoch besser! J
Jetzt fehlt noch Talinn – das wird jedoch wohl noch bis zum Januar warten müssen. Diesen Monat werde ich nun auf jeden Fall noch nach Minsk fahren – ich bin schon gespannt sehr gespannt auf Belarus!
Und ich freue mich schon auf den ersten Schnee – das wäre im Augenblick eine sehr willkommene Abwechslung zu Regen, Nass und Grau. Auch wenn ich zugeben muss, dass uns letzte Woche ein paar wundervoll sonnige und warme Tage beschert wurden.
Das Studium hier ist manchmal etwas befremdlich – merkt man doch stark die sicherheitspolitische Ausrichtung. So spricht man viel über Krieg – vor allem den „klassischen“ zwischenstaatlichen Krieg und die Weltkriege – aber nur wenig über Peacebuilding, Aussöhnung oder gar Transitional Justice... – sehr merkwürdig für mich, aber ich habe beschlossen es als eine „Erweiterung des Blickwinkels“ zu betrachten (auch wenn das wissen um die Kriegsführung, Strategien und Taktiken Napoleons später vielleicht doch nicht sooooo wichtig ist;) – aber das ist zum Glück dann doch nicht das einzige, was wir hier lernenJ )

Ansonsten bleibt mir nur noch eines zu sagen: so sehr es mir hier gefällt – ich vermisse euch alle schrecklich!!!!!!!!!!!
Ich hoffe es geht euch allen gut!

Seid umarmt!
Eure Irene


"Der liegende Kopf"

Montag, 1. November 2010

Halbzeit, Klappe die Zweite

Meine lieben AutorInnen-KollegInnen und LeserInnen,
zu aller erst Richtung Oslo: Keine Angst, ICH LESE DEN BLOGG! Und meine Familie verfolgt unsere Reiseberichte auch ganz gespannt :). Wie es mit unseren daheim gebliebenen KommolitonINnen aussieht, kann ich nicht für alle sprechen, aber ich weiß, dass ein paar den Blogg auch regelmäßig lesen :)

Es tut mir tausendmal leid, dass ich fast einen Monat nichts mehr geschrieben habe. Die Uni hat mich voll eingenommen! Damit sei bewiesen: Professoren und Doktoren wissen auf der ganzen Welt auf die gleiche Weise, wie man seine StudentInnen nervlich fertig machen kann. Lubna (meine engste Freundin hier mittlerweile geworden, Ihr seht die Hübsche unten auf dem Foto) und ich sind reif für die Klinik. Die ganzen Tage lang haben wir von morgens bis in die Nacht an unseren Hausarbeiten geschrieben, neben den normalen Seminaren und meinem Arabischunterricht. Da hatte das Bloggen leider keinen Platz mehr. Der Preis dafür, dass wir jetzt mit unseren Hausarbeiten fertig und glücklich sind: Ich rauche wieder (hatte vorher zwei Monate glücklich zu den Nichtrauchern gezählt); unsere Ränder unter den Augen sind tiefe schwarze Krater und wir wiegen bestimmt 3 Kilo weniger, weil wir uns nur von Kaffee ernährt haben. Dafür bin ich nun wieder zurück :). Meine ersten Tests habe ich super überstanden und ich glaube die Profs sind auch erleichtert, dass unser sprachlich und kulturell gemister Unterricht für alle so erfolgreich ist. Ich bin schon ganz aufgeregt, weil ich kommenden Montag nach Dt. fliege für 10 Tage. Mein Visum zweingt mich zu einer Aureise. Und da in der Zeit hier auch Eid (Das Fest zu Ehren Abrahams, der anstatt seines Sohnes das Schaf geopfert hat) ist, werde ich meinen Urlaub auf Norderney verbringen :). Was gibt es sonst Neues zu erzählen.... ?. Habe den Todeskampf mit Giftspray gegen eine Monsterkakalake überlebt, eine Freundin von mir ist verlobt und am Samstag machen wir Mädels und auf zu Ihrer Verlobungsfeier, endlich ist das Wetter so kühl, dass ich einen dicken Pulli und meine geliebten Schals tragen kann, ich habe zwei neue Lieblingsessen: Hühnchenleber mit Knoblauch und Pepperoni, und Musachan (arabisches dünnses Brot, mit lecker gewürzten gebratenen Zwiebeln und Hähnchen). JAmmy! Hoffentlich vergesse ich die Rezept nicht, wenn ich wieder zu Hause bin.
Melde mich das nächste Mal wahrscheinlich von der Nordsee, ich drücke Euch, Eure Birthe
PS.: Martin, Deine Bilder aus Teheran sind ganz beeindruckend! CIMG0540

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Halbzeit!

Am Morgen des 21.Oktober um 10 Uhr befinde ich mich auf dem Weg zur Uni und: alles ist vereist und das Thermometer zeigt minus 8 grad - ja, es ist definitiv HERBST in Norwegen =) Die Tatsache dass ich (und zwar in Chucks, meiner definitiv nicht sehr warmen Lederjacke und einem Rock mit Strumpfhosen) mir dabei nur denke - es ist langsam etwas frisch, brr - lässt mich denk ich als "ans norwegische Klima angepasst" durchgehen; 100 Punkte!

Soviel zu den obligatorischen Infos zum Wetter.
Weiter wichtige Infos sind: Heute ist der Hug-A-Norwegian-Day.

Und jetzt zur aktuellen Lage von mir in Norwegen ;-)
Meine Prüfung hab ich erfolgreich hinter mich gebracht... bis auf die Tatsache dass ich nach 4h dauerschreiben zwei Tage lang meine rechte Hand nicht mehr benutzen konnte. Bin mir sowas echt nicht mehr gewohnt. Aber ich denke das geht unter Kollateralschaden. Apropos "Schaden": voll toll, die Norweger verkaufen einem Rezeptfrei Eisen-Ersatz-Produkte, nur so nebenbei :-)
Als Belohnung war ich nach der Prüfung mit der Fähre in Kopenhagen und ich schätze Barny würde diesen Trip zu recht als "legendär" bezeichnen! Mit brasilianischen, kanadischen, deutschen und italienischen Freunden gings also jeweils über Nacht mit der Fähre hin und zurück (ich sag nur: nach 2.5 Monaten norwegischem Preisniveau erhält der Begriff "duty free" eine ganz andere Bedeutung :-)). Und von Kopenhagen selber war ich echt begeistert! Eine sehr schöne Stadt!
Nach diesem wunderbaren Kurzurlaub hat mich leider der Uni-Stress wieder etwas eingeholt - eigentlich eine Schande in einem Erasmus-Semester, das hat man davon, wenn man das erst im Master macht. Neben weitern seeeehr literaturintensiven Kursen muss ich endlich mein Norwegisch etwas vertiefen, meine Hausarbeit für Marburg zu Ende schreiben und vor allem auch mein Praktikum finden... naja, langweilig wird mir nicht.

Aber an netten Abwechslungen fehlts ja zum Glück nicht: sei es der Akerselva-March (zur Feier des Herbstanfangs spaziert halb Oslo Nachts am wunderbar beleuchteten Fluss entlang, begleited von allerlei kulturellen und musikalischen Darbietungen, von musizierenden Vikingern bis hin zu grusligen Märchenerzählerinnen), die Nobel-Peace-Prize-Watch-and-Discussion-Round oder das Markens Grøde Fest meiner norwegischen Mitstudenten, oder Wanderungen durch die Nordmarkka, oder einfach die sehr häufigen spontanen Abende mit all den liebgewonnenen Mitbewohnern und internationalen Freunden (leider gibts im Studentenwohnheim nicht so viele Norweger - dritt!) =)

ich glaub nur das Schwimmen im Sognsvann werde ich in Zukunft dann doch unterlassen ;-)

Ach, was ich gerne wissen möchte - wer liest denn eigentlich unseren Blog? Für wen schreib ich eigentlich? Kommentare bitte :-)

Bis bald meine Lieben,
klem!

Dienstag, 5. Oktober 2010

Was heißt Alltag auf Arabisch?

Mein bester Freund, der Übersetzungsservice von google, sagt: يوم عادي (yawm adi).
Während Vilnius glücklich ist, noch keinen Alltag zu verspüren...bin ich überglücklich, dass er endlich an meine Tür geklopft hat und ich ihn reinlassen konnte. Meine Mutter wird sich beim Lesen sicher an unser kürzliches Skype-Gespräch erinnern, in der wir zum Thema "In welchen Phasen erlebe ich physisch und psychisch ein Leben von Grund auf neu?" eine neue Theorie aufgestellt haben, die folgendermaßen lautet: Phase 1) Alles ist neu, aufregend und Du bist permanent in "Hab-acht-Stellung", denn Du kannst die Situationen in dieser fremden Umgebung noch garnicht richtig einorden, dafür fehlt Deinem Ich noch das richtige "Übersetzungsprogramm". Aber die Zeit rast trotzdem an Dir vorbei und Du wirst ständig von Eindrücken übertrieben stark beeindruckt. Phase 2) Das Tief! Deine alte Schutzhülle - Dein psychischer Alltagsanorack von Deinem "alten" Leben ist nun komplett kaputt und du kannst ihn in die "Tonne kloppen" (würde man jetzt im Pott sagen. Die Nerven liegen blank, Du fühlst Dich von allem überfordert, dem Way of Life in Deiner neuen Gesellschaft, der Sprache, einfach alles. Du bist deprimiert und fragst Dich, wie Du das alles managen sollst. Phase 3) Du nimmst plötzlich die Anoracks Deiner Mitmenschen wahr und beginnst Dir einen neuen, nach dem Schnittmuster Deiner Mitmenschen selbst zu nähen. Es ist müheslig, aber dafür ist er maßgeschneidert. Jeden Tag trägst Du ein wenig mehr von ihm, wenn Du losziehst zur Uni oder ins بلد (die Altstadt). Und du beginnst Dich wieder richtig gut zu fühlen, denn der Anorack hat sogar einen mobilen Übersetzer eingebaut und plötzlich verstehst Du, was da um dich herum diksutiert, gestritten und gelästert wird, und du steigst ein ins Boot und erzählst das Neueste, was Du aus Deutschland hörst, was am Wochenende passiert ist und wie Du mit Deinen Unisachen vorran kommst.
Sorry. Die Theorie ist sehr trivial ausgefallen. Dafür kann ich nichts, denn ich werde von Deutschland manipuliert! Mein Heimweh zu meinem liebsten lässt mich die ganze Zeit kitschig schöne Musik hören und bei jedem verdammten Film, den ich mit meinen Mitbewohnerinnen schaue, in dem ein kleiner Fitzel Liebe vorkommt, habe ich Hochwasser in meinen Augen :)
Um endlich wieder zum roten Faden zurück zu kehren- kurz und knackig: Ich bin verdammt nochmal froh, dass es für mich auch einen palästinensischen Alltag gibt (erinnert mich ein bisschen an die Add ons bei dem Firefox-Porgramm, die man sich runterladen kann. Einmal Alltag für Palästina bitte!).
Was macht meinen Alltag gerade besonders aus? Lernen für meine erste Zwischenprüfung am Mittwoch in der Vorlesung zu "Regionalism and Integration in Economic and Political World Order". Drückt mir die Daumen! Hausarbeiten schreiben, denn - an alle in Marburg, Oslo, Vilnius und Granada gerichtet - wir habe nhier nur bis Mitte November Zeit und danach müssen wir unsere Hausarbeit vor unseren KomolitonInnen verteidigen! Das macht mir echt Angst. Dann natürlich - nach Ramadan nun endlich - der tägliche (betont, denn währen der Fastnezit konnten wir uns geegnseitig nicht austehen. Kratzig weil hungrug, selten weil ständig von ihm ausfallen lassen) Arabischunterricht und mit meinen hier gewonnen Freunden die wenig verbleibende Zeit verbringen. Während die Mädels sich schminken und ihre Nägel in den tollsten Farben lackieren, ist es meine Aufgabe zu erklären, warum ich nicht so sehr auf farbenfrohes Make Up stehe und dass ich trotzdem ihr Make Up ganz wundervoll finde :)
Um zum Schluss für heute zu kommen: Seit meinem virtuellen Geburtstagskaffeklatsch mit meiner Mutter und Familie vermisse ich Apfelkuchen mit Streuseln und Sahne! Den gibt es nicht in meinem neuen Anorack, nur Knafa und die kann - so sehr ich den zerlaufenden Käse mit dem Zuckerwasser und den kleinen Nüdelchen obendrauf auch liebe - trotzdem bei Omas Apfelkuchen nicht mithalten :( . Für den kulturellen Dialog darum heute ein Knafa-Bild und ein Link (Wer die Werbung zu dem Lied kennt, weiß wonach ich mich noch sehne bei dieser Hitze: Ein kaltes, frisch gezapftes .... :)
http://www.youtube.com/watch?v=uga_sPZRF70&NR=1-

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