Donnerstag, 30. September 2010

Saule is Vilniaus


Hallo Ihr Lieben,

nun nach einiger Zeit endlich mal wieder Neuigkeiten von mir – tut mir leid, dass die immer etwas auf sich warten lassen! Es geht mir hier immer noch sehr gut – viskas gerai :). Und meine Litauisch-Kenntnisse machen auch Fortschritte – As suprantu, bet tik truputi kalbu.
Nachdem nun die Vorlesungen in vollem Gang sind und der meiste Papierkram erledigt ist kehrt hier so langsam tatsächlich so was wie „Alltag“ ein – wenn auch zum Glück nicht zu sehr.
An den beiden letzten Wochenenden war ich bei der nahe gelegenen Wasserburg Trakai. Dort zeigt sich die litauische Seenlandschaft von ihrer besten Seite. So lohnt sich der Weg dorthin immer für einen wundervollen Spaziergang mit vielen tollen Momenten, Ein- und Ausblicken. Nur die Burg selbst ist nicht wirklich etwas besonderes – allein ihre Geschichte ist interessant: Sie war im 14. und zu Beginn des 15. Jahrhunderts als Sitz des Herrschers von Litauen wichtig. Doch schon Mitte des 15. Jahrhunderts wurde Trakai durch Vilnius abgelöst. So war die Burg zu Beginn des 20. Jahrhunderts beinahe komplett zerstört. Nach einer nahezu endlosen Geschichte von Besatzungen durch verschiedenste Mächte ist die Zeit des großen litauischen Reiches im 15. Jahrhundert besonders wichtig für den litauischen Patriotismus. Der aktuelle litauische Nationalstolz zeigt sich darin, dass sie im 20. Jahrhundert begannen die alte Burg beinahe von Grund auf wieder aufzubauen. So ist was man heute sieht eine Rekonstruktion der alten Burg. Etwas ähnliches passiert gerade auch in Vilnius: Dort wird der alte Herrschaftspalast, der total vernichtet worden war, wieder rekonstruiert.
Letztes Wochenende machte ich mich dann auch auf eine erste Erkundungstour durch die Natur und habe einen nahe gelegenen wunderschönen Park entdeckt. So spazierte ich durch eine pittoreske und beeindruckende, herbstlich gefärbte Landschaft.
Heute war ich das erste mal im litauischen Kino und hab mir mit „Amaya“ eine echte litauische Produktion angeschaut – das heißt genauer eine litauisch-japanische Produktion. Das war auch das Problem: ca. 1/3 des Films war auf Englisch mit litauischen Untertiteln, der Rest auf Japanisch, ebenfalls mit litauischen Untertiteln...:) – ich fand den Film dennoch sehr sehr gut und wer eher experimentelle Filme mag und ihn auf Englisch irgendwo finden kann, sollte ihn sich anschauen (Englischer Titel ist: Hong Kong Confidential)!
Morgen mache ich einen Tagesausflug in den nächsten Nationalpark – eine der schönsten Seenplatten Litauens – ich bin schon sehr gespannt!
So langsam schlägt das Wetter hier in einen echten baltischen Herbst um: und der besteht leider vor allem aus Regen :( - bester Grund sich, wie die meisten hier, schöne quietschebunte Gummistiefel zu kaufen und sie bei jeder Gelegenheit anzuziehen:) . Momentan ist es zwar sonnig, aber die Temperatur klettert nur mit Mühe bis auf die 15 Grad hoch – aber das soll die Stimmung nicht trüben!

Nun wünsch ich euch aber erst mal alles Liebe und sende sonnige Grüße aus Vilnius

Es winkt euch
Eure Irene

Freitag, 24. September 2010

Grüner Passierschein gefunden!

Hallo meine Lieben!
Richtung Oslo: Er ist gefunden, korrekt ausgefüllt und mit gemailter Geburtsurkunde aus Deutschland erfolgreich eingereicht. Bald bin ich stolze Besitzerin eines Reispasses inklusive Fingerabdrücke :(.
Aus Nablus sind momentan eher erschöpfte Meldungen zu machen. Es ist wieder richtig heiß geworden und ich bin im Moment richtig erschöpft von meinem neuen Leben hier. Das "Neue" klebt wie ein Staubsauger an meinem Gehirn und saugt es leer. Das Arabischsprechen und -hören den ganzen Tag schlaucht unheimlich. Die Vorlesungen sind zwar noch immer toll und ich nehme sehr viel mit. Sowohl was das reine Lernen angeht, als auch meine Motivation, die mich neben der Sprache hierhin geführt hat. Es ist so spannend mit meinen KomolitonInnen auf "akkademischer" Ebene über den Konflikt, seine Folgen für die Bevölkerung und mögliche Lösungswege zu diksutieren. Dabei wird ganz deutlich, dass der wirtschaftliche Aspekt hier entscheidend ist. Ohne eine eigene, geschlossene Volkswirtschaft kann es hier einfach nicht vorwärts gehen!
Der Arabsichunterricht in der Uni ist eine nette Auffrischung meines alten Grammatikwissens - aber ganz ehrlich: Wirklich Arabisch lerne ich auf der Straße, mit meinen Freunden und mit meinen Tandemfreund Muyahed. Er macht riesen Fortschritte in Deutsch (hat mir auch ein Kompliment für meine pädagogischen Fähigkeiten gegeben: ich sei besser als seine Lehrerin beim Goethe-Institut :) Merci!). Und ich komme bei ihm riesig vorran, was das Zeitunglesen angeht. So schlage ich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Satzbau ins Blut aufnehmen (total schwierig aber zentral fürs Verstehen), schneller Lesen, politische Vokabeln lernen. Obwohl das Vokabelnlernen gerade dem Unikram etwas weichen muss.
Heute war ich mit einer befreundeten Familie auf ihren Ländereien grillen. Es war ein toller Tag. Wir haben lecker Fleisch, Tomaten und Zwiebeln nur mit Salz und Brot unter den Olivenbäumen gegessen. Einfach aber sehr lecker (زاكي قثير). Der Blick war zudem einfach umwerfend. Leider haben wir unter anderem auf den gegenüber liegenden Berg schauen müssen, wo auch Ländereien der Familie liegen, aber von Siedlern besetzt sind. An der Stimme der Mutter (Ihr seht uns auf dem Foto) habe ich ihre Resignation rausgehört. Was soll ich sagen, wenn sie fragt: "Glaubst Du, wir bekommen irgendwann unser Land wieder zurück?". Oder ich höre von der Mutter einer Freundin die Geschichte, wie ihre Söhne (15 und 17 Jahre damals alt) von israelischen Soldaten mitten in der Nacht mitgenommen wurden und seit 3 Jahren im Gefängnis hocken? Sie haben versucht kleine Handgranaten zu bauen, was natürlcich zu verurteilen ist. Aber ganz ehrlich muss man sich doch fragen, wie es dazu kommen konnte, dass schon Jugendliche sich am Widerstand beteiligen!!! Und da kann das Einsperren der Jungs, die ihre Mutter nur einmal im Monat, ihr Vater und ihre Brüder nur alle 2 Jahre besuchen düfen, doch wohl nicht ein konstruktiver Weg in Richtung Konfliktbeilegung sein! Was soll ich dann sagen? Es ist sehr sehr schwierig hier neutral zu bleiben, das könnt Ihr mir glauben!
Im Gegensatz zu diesen emotionalen, persönlich betroffenen Geschichten, dann unsere Dikussionen in der Uni. Diese sind geprägt von Kritik an den Regimen in der arabischen Welt und in der westlichen Welt. Mit zynischem Humor betrachten wir die doppelmoralischen Handlungen der Männer "da oben". Ein schöner - leider trauriger - Spruch von meinem Prof., als wir die EU besprechen: "Die EU existiert unter dem Motto "Vereint in Verschiedenheit" und sie funktioniert. Die arabischen Länder leben nach dem Motto "Geteilt in Gemeinsamkeit" und arbeiten gegeneinander als miteinander." Ich finde, das bringts auf den Punkt. Die ökonomischen und politischen Missstände hier tragen sowohl die Kolonialgeschichte, die aktuelle neoliberale Wirtschaftsordnung UND die arabischen Machthaber. Ein Sprichwort hier lautet: "Den aCIMG0512rabischen Herrschern ist Macht heiliger als das Leben."
Wie soll ich da mit meinem "idealistischen Handicap" noch unbefangen motiviert loslegen??
Ihr seht: Gerade eine krasse Zeit hier, die mir bei vielen Sachen auf manchmal deprimierende Weise die Augen öffnet. Aber die Zeit ist wichtig, ich komme nicht drum herum, denn die Augen kann ich auch nicht zu machen.
Bis bald, Eure Birthe

Mittwoch, 22. September 2010

I gar var en fin dag!

...oder: Gestern war ein guter Tag!
davon gibts zwar viele, aber Dienstag verdient besondere Aufmerksamkeit dank der Anhäufung erfreulicher Kleinigkeiten und toller Menschen =)
Also hier erstmals eine Tagesablaufs-Beschreibung:

- Morgens Bierdosen entsorgen und 60 Kronen dafür absahnen - das entsprich einem richtig guten Frühstück mhhhh....

- danach unerwarteterweise richtig produktiv mein assignment für die Uni erledigen

- eine richtig gute Vorlesung über Electoral Systems in Post Conflict Situaionts... klingt nach Streber, aber ich finds toll wenn man nach ner 2h Vorlesung denkt: ohja, ich studier das richtige :-)

- mit meinem "neuen" Fahhrad nach Hause fahren

- zufälligerweise den Bus erwischen der den eeeelenden Berg hochfährt

- mit Freunden im Sognvann schwimmen - also im See in der nähe meines Wohnheims - richtig geil! Ja, auch richtig *****kalt, aber mit Sonnenschein und im klarsten Wasser der Welt... und gut fürs Immunsystem is es sicher auch ;-)

- Bekanntschaft mit einer schwar-weissen und sehr spielbegeisterten Katze schliesen (ja, ich bin ein Katzennarr)

- mit dem Fahrrad und mit einem Kumpel auf dem Gepäckträger den eelenden Berg runtersausen - juhu :-)

- durch die Schrebergärten spazieren und Bekanntschaft mit einem älteren norwegischen Ehepar schliessen, die einem umbedingt zum Essen einladen wollen

- endlich und zufälligerweise die verloren geglaubten Dinger finden, mit denen man einen Fahrrad-Reifen aus dem Metall-Rahmen hebelt und sie dem eigentlichen Besitzer zurückbringen, der sich so darüber freut das er vergisst böse zu sein

- dabei zweimal an der falschen Tür klingeln, wo aber jedesmal ein bekanntes (wenn auch nicht das gesuchte) Gesicht öffnet und ich jedesmal 10min hängen bleibe und quatsche

- ein richtig leckeres Reste-Abendessen

- und zu guter letzt: mit einem Australier und einem netten Mitbewohner Ace Ventura kucken und sich scheckig lachen...

So muss das sein! Find ich toll solche Tage und ich wünsch euch auch ein par davon!!

p.s. an Nablus:
ohja, ich kenn die Szene aus Asterix und es ist meine absolute Lieblings-Metapher! ist aber natürlich nicht so witzig wenn man sich gerade darin befindet - deshalb ne Portion Geduld und Glück aus dem Norden an dich, hoff du findest den grünen Passierschein!

Montag, 20. September 2010

Ich rufe auf zum Kampf gegen die Bürokratie!

Meine lieben Schreiberinnen und LeserInnen, ich habe die Nase gestrichen voll vom Marsch durch die Anstalten. War heute in Ramallah wegen meinem Reisepass, denn ich aus zeitlichen Gründen hier neu beantragen muss. Es fing schon damit an, dass die Sicherheitsbestimmungen im Moment wegen den Verhandlungen zwischen Abbas und Netanyahu angehoben sind und ich deswegen 10 MInuten lang durch ein sehr schlechtes Mikro mit der Beamtin im KOnsulat auf der anderen Seite einer Sicherheitsglasscheibe meine Situation erklären durfte. Ursprünglich hatte sich mich extra ins Konsulat eingeladen, da die Sache am Telefon etwas kompliziert wäre. Doch der Unterschied zwischen Sicherheitsglas und Telefon schien mir nicht so ersichtlich :). Dann ging es los zum - von ihnen empfohlenen - Photostudio, um die speziellen Photos machen zu lassen. Mein Gefühl sagte mir beim Shop schon, dass es bestimmt Probleme mit den Bildern geben würde. Aber ich war mal wieder naiv vertauend auf die deutschen Behörden und ihre Auskünfte, dass ich ihnen einfach vertraut habe. Natürlich sagte man mir, als ich dann wieder zurück war, nach einem riesen Umweg über die verschiedensten ATMs (die natürlich gerade wenn ich kam plötzlich nicht mehr ihr Geld ausspucken wollten), dass die Bilder den Passbestimmungen nicht entsprechen würden. Also wieder los. Der erste der "richtigen" Läden hatte dann Mittagspause, der zweite war dann erfolgreich ... bedingt. Denn ich kann die Bilder erst übermorgen abholen :). Das Konsulat hatte sowieso schon geschlossen, als ich um kurz nach 1 aus dem Photoshop rauskam.
Wer den Film Asterix besiegt die Römer kennt und sich an die Szene mit dem Passierschein 88 (oder war es 23?) erinnert, wird meinen Gemütszustand gut nachvollziehen können. Das Nerven aufreibendste an der ganzen Sache ist, dass man sich schlicht schlechte Laune nicht leisten kann! Man muss sich zum Optoimismus zwingen, weil einem garkeine andere Möglichkeit bleibt.
Nun ein anderes Thema: Ich übe mich gerade in meinen Sozialkompetenzen und begleite eine Freundin zu ihren Zahnarztbesuchen. Ihr ist eine Brücke verloren gegangen, die jetzt ersetzt werden muss. Problem an der Sache ist, dass sie eine richtige Zahnarztphobie hat! Sowas habe ich noch nie erlebt. Vom Zahnarzt und mir werden echt Künste der Ablenkung verlangt, damit Lubna nicht völlig in Panik verfällt. Aber lustig ist es schon. Die ganze Zeit quatschen wir über schlechte Politiker, große arabische Dichter, etc. und nebenbei bekommt Lubna mal kurz ne Spritze ins Zahnfleisch gehauen. Das Topping ist aber der kleine Bruder vom Zahnarzt. Der hat richtige Freude an Lubnas Panik und springt fast in die Luft, wenn er wieder ein neues Folterwerkzeug holen muss. Leider hat mir Lubna Fotos verboten, sonst hätte ich Euch hier mit einem tollen Bild der bunten Truppe erfreuen können :) Aber keine Sorge, nach den Terminen kann Lubna auch über sich selbst lachen :)
Am Freitag war ich auf einen Kurztripp in Jerusalem (unter den Arabern Al Quds القدس). Bevor ich mich mit dem Chef der UNRWA getroffen habe, habe ich einen Abstecher in die Altstadt zur Grabeskriche gemacht. Da ich schon um kurz nach 8 in der Stadt war, hatte ich die Kirche fast ganz für mich alleine. Sehr beeindruckend. Unten seht ihr das beste Foto, das meine Kamera hergeben will. Und ien Bild der goldenen Kuppel gibts gratis dazu. CIMG0476CIMG0494Nach meinem Termin bin ich aber ruckzuck wieder über den Checkpoint nach Ramallah, da wegen Yom Kippur zur Mittagszeit alle Checkpoints dicht gemacht wurden. Kurzer aber schöner Tripp. Werde das bestimmt nochmal wiederholen.
Genug erzählt für heute.
Schlaft gut und bis bald!
تسباخ الخير و مع السلامة

Dienstag, 14. September 2010

30 Tage Oslo!

Unglaublich! schon 1/5 meiner Zeit hier um... aber langweilig wirds nicht, im Gegenteil!
Letztes Wochenende hab ich nämlich am Cabin-Trip des Studiengangs Peace and Conflict Studies teilgenommen. Der besteht wie bei uns in Marburg aus ca 30 Leuten pro Jahrgang, die ziemlich dicke sind und oft was zusammen unternehmen - und die Erasmus-Leute liebenswerterweise dazu einladen =) Richtig toll! Und deren Abkürzung ist etwas weniger verfänglich, die nennen sich nämlich PECOS. Aber zugegebenermassen... an "fuk around the world" kommt nichts ran ;-)
Und zurück zum Cabin-Trip: das ist in Norwegen etwas sehr beliebtes. Viele Leute besitzen ein kleines Häuschen irgendwo in der Pampa (meist ohne Strom, Wasser, Heizung) und verbringen da ihre Sommer und auch Winter. Wie schon öfter erwähnt sind die Norweger sehr "outdorsy", wie sie das selber so schön sagen. Zudem sind sie ziemlich schmerzfrei was Kälte, Nässe oder tagelanges nicht-duschen auf solchen Trips angeht.
Also sind Freitag an die 30 Pecosians, zwei weitere Erasmusler und ich aus Oslo raus und zu unserer gemieteten Cabin gewandert. Dort hab ich dann bis Sonntag ein richtig norwegisches Wochenende verbracht - Kartenspiele, Lagerfeuer, Sauna, Baden in richtig kalten und richtig, richtig schönen Berseen inklusive. Und vor allem habe ich so meine Mitstudenten viel besser kennen gelernt - und scheinbar gibts da ein FuK-spezifisches Phänomen: die sind nämlich (fast) alle richtig toll! Ich denke, wenn ich hier nur etwas länger bleiben würde, würden viele von denen richtig gute Freunde. Das ist voll schön, aber irgendwie auch etwas traurig, da ich ja bald wieder geh... aber dafür komm ich ja zu euch allen zurück =)
Und genug Melancholie, das war nämlich mit Abstand das beste Wochenende, das ich hier in Oslo bisher hatte und ich bin immer noch sehr guter Laune deswegen!

Das kommt mir auch gerade sehr gelegen, denn die Woche hab ich elends viel zu tun für die Uni! In Norwegisch haben wir nun die Vergangenheitsformen gelernt und dann wird selbst die Sprache plötzlich etwas schwieriger. Ausserdem veranstalten wir in dem Kurs "International Negotiations as Conflict Resolution" am Freitag eine Verhandlungs-Simulation. Der Kurs ist sehr lehreich, aber auch mit sehr viel Arbeitsaufwand verbunden. Ich muss mich deshalb noch deftig in meine Rolle als "Government Alpha" einarbeiten und mach mich jetzt auch gleich noch ans Ausarbeiten meiner Verhandlungsstrategie...

Darum nur noch eine erfreuliche Info zum Schluss:
mein Fahrrad ist endlich fahrtüchtig =) Mit Hilfe von Isa, Dan, Karin und aus allen Ecken des Wohnheims zusammengesuchtem Werkzeug (was heisst denn bitte schön Sechskantschlüssel auf Englisch??) haben die Reifen und Bremsen ihren Widerstand endlich aufgegeben und ich kann eeeendlich zur Uni RADELN :-)

Bis Bald!

Montag, 13. September 2010

عيد سعيد

Hallo! Alles gute zum Fest! Am Freitag haben wir das Fastenbrechen gefeiert. Aber mal ganz ehrlich: Ich merke keine Veränderung, die Erlösung lässt auf sich warten. Denn der verflixte Appetit sagt nämlich jetzt: NÖ! Kein Hunger, Magen zwar leer, aber ich tu mal so als hättest Du keinen Hunger, liebe Birthe. Schönes Dilemma. Aber wenigstens darf man jetzt wieder auf der Straße was trinken :)
SChnell zu meinen vorherigen Schreiberinnen: Aline! Ich habe schon mein norwegisches Lieblingswort entdeckt: hybbelig :)
Richtung Villius: Hast Du schon die Streichholzkirchen entdeckt? Ich weiß nicht, ob es die in Litauen auch gibt. Kenne sie noch aus Russland. Sehr beeindruckend. Kein einziger Nagel, kein Leim, alles hält sich mit Holz!
Jetzt zu Nablus. Mein Laptop ist wieder zurückgekehrt und hat mir nun nach seiner Meuterei ewige treue geschworen. Ich hoffe, er wird den Schwur nicht brechen.
Die Feiertage habe ich bei der Familie meiner Mitbewohnerin verbracht, in einem kleinen Dorf in der Nähe von Kalkillya. Kennen vielleicht einige aus den Nachrichten. Das ist die Stadt, die bis auf einen 10 Meter breiten Durchgang komplett eingemauert ist. Aber das Wochenende war sehr schön. Viel geschlafen, meine kulinarischen Fertigkeiten im palästinensischen Bereich erweitert und eine gute arabische Hausfrau gegeben, wenn der Besuch kam. Das ist nicht zynisch gemeint. Hier muss ich ein großes Lob an die Immy (die Mutter meines Freundes) aussprechen! Dank ihr habe ich mich beim Tee machen und Gäste bedienen nicht blamiert und so waren auch Majdas Eltern glücklich, dass ich da war.
Leider bin ich am Samstag schon wieder krank geworden (das 2. mal in der Woche) und musste gestern schon zurück. Ein schönes Dilemma ist das. Zu Hause werde ich nie krank und wünsche mir immer auch endlich mal im Bett liegen zu müssen und mich bedienen lassen können, und hier haut es mich glatt zweimal um! Naja. Ich werde die Sache im Auge behalten und mich schonmal um einen guten Arzt kümmern, für den Notfall.
Morgen ist das lange Wochenende vorbei und die Uni beginnt wieder. Aber am Donnerstag ist ja schon wieder Wochenende :) Da fahre ich für einen Tag nach Jerusalem und treffe den Chef der UNRWA. BIn schon sehr gespannt und lese mich schon fleißig ein. Hatte erst vor, das ganze Wochenende dort zu bleiben. Aber da die Strecke nur eine Sache von einer guten Stunde ist, werde ich mir die teuren Hostelpreise sparen und einfach immer wieder mal an den Wochenende rüberhüpfen. Dann plagt mich auch nicht mein schlechtes Gewissen wegen dem Unikram.
So. Genug der Worte, heute werde ich mal "früh" ins Bett gehen - sprich halb eins. Ja, ich bin zum Nachtschwärmer mutiert, frühe Schlafenszeit ist hier ein Fremdwort und Mittagsschläfchen hoch respektiert :). Gefällt mir auch mittlerweile ganz gut
Somit eine gute Nacht und bis bald!
مسأ الخير و مع السلامة

Ich winke euch aus Vilnius



Hallo ihr Lieben,

nach viel zu langer Zeit melde ich mich nun endlich mal wieder bei euch. Ich hoffe euch geht es allen genauso gut, wie mir und ihr habt einen guten Schulstart bzw. die Hausarbeiten-Deadline gut gemeistert.
Ich sitz hier gerade nach anderthalb verregneten Wochen mit einer ziemlichen Erkältung – aber trotzdem glücklich. Die Vorlesungen haben nun gestartet, bzw. sind nun in vollem Gange und endlich steht auch mein Stundenplan ziemlich sicher fest. Ich wird wohl nur Vorlesungen direkt im Studiengang „War and Peace Studies“ besuchen – die sind ziemlich interessant, weil sie von einem total anderen Blickwinkel auf die Sache schauen (Sicherheit, Strategie etc. – sogar bei den Theorien werden hier fast gänzlich andere behandelt.) – nur Arbeit ist das hier noch mehr als zu Hause (für schlappe 4,5 punkte muss man drei verschiedene Prüfungsleistungen ablegen!). Außerdem sind die Vorlesungen im Master so ausgerichtet, dass man tagsüber arbeiten kann – finden also zwischen 16:45 Uhr und 20 Uhr statt.
Aber ich mach ja noch einen Litauisch-Sprachkurs, der dann doch auch mal früher stattfindetJ. Hab mich nun doch für Litauisch und gegen Russisch entschieden, weil es die Sprache ist, die ich hier fürs Leben brauche – und ich bin auch immer ganz stolz, wenn ich es hinbekomme mich ganz auf litauisch mit den Leuten zu verständigenJ.
Am Wochenende habe ich zusammen mit Sebastian ein paar sehr schöne Erkundungstouren durch Vilnius gemacht – hier gibt es wirklich unglaublich viel zu entdecken! Es gibt sehr viele sehr schöne Kirchen hier, viel Geschichte, viele schöne Cafes und Aussichtspunkte...
Nun habe ich mir aber auch vorgenommen an den kommenden Wochenenden die Umgebung zu erkunden und vielleicht auch so lange das Wetter noch schön ist (jetzt scheint die Sonne nämlich wieder) ein paar Einblicke in die Nationalparks bekommen.
Das Wohnheim ist seinen kleinen Zimmern und Kakerlaken, die einem ab und zu in der Küche guten Tag sagen eine kleine Herausforderung – aber irgendwie auch sehr schön, weil man immer Leute um sich rum hat, wenn man will. Und da meine Mitbewohnerin einen mir entgegengesetzten Schlaf-Wach-Rhythmus hat hab ich das Zimmer in den Abendstunden meistens für michJ Außerdem „fliehe“ ich einfach in eines der schönen Cafes, wenn es mir hier zu eng wird.

Ich hoffe es geht euch allen sehr gut, freue mich immer sehr von euch zu hören und sende liebe liebe Grüße.

Seid umarmt
Eure
Irene

Dienstag, 7. September 2010

Oslo er veldig hyggelig!

Im Verlgeich zu den fleissigen Schreibern aus Nablus und Vilnius bin ich etwas Blog-faul... dafür haben wir andere Dinge gemeinsam, denn ich nerv mich wie Wuschel über die Tatsache, dass ich so wenig dabei hab :-)
In Oslo bräuchte ich nämlich:
- meine Sommerkleidchen (für die Tage wie Samstag, an denen die Sonne so stark scheint, dass man froh darum ist das die australischen Freunde paranoider- aber doch berechtigterweise immer Sonnencreme dabei haben)
- meine kurzen Hosen (die sind hier in Kombination mit Strumpfhosen nämlich very in... und die langbeiningen Norwegerinnen können diese Kombi echt auch tragen - ja es stimmt was man sagt: die Menschen (auch Männer) sind hier im Norden schön anzukucken)
- meinen dicksten Kuschelpulli (für die Tage wie Montag, als ich mir gleich mal meine erste norwegische Erkältung eingefangen habe, weshalb meine Stimme jetzt klingt wie die von Tom Waits)
- meine Wanderschuhe (die Norweger sind zu recht sehr von ihrer Natur begeistert und nur 15min von meinem Wohnheim liegt die Marka = wunderschöne, zum-wandern-auffordernde Wildnis)
- mein Fahhrad (nach der Party 40min nach Hause laufen war für die Stimmbänder nämlich auch nicht förderlich...)

ja... soweit zum jammern :-) aber wie der Titel sagt: Oslo ist super! Wo sonst sieht man in einer Woche 3 Wikingerschiffe, einen Park voller nackter Skulpturen (Vigelandsparken, die abgedrehteste Sehenswürdigkeit der Stadt...), Freiluftmuseen in denen man vor den wilden Tieren warnt (gemeint sind Schafe... hui!), wo sonst freut man sich wie ein kleines Kind über den Hotdog der nur 2 Euro kostet (und den man auf Norwegisch bestellt hat, ha :-)), und wo sonst wird man so oft zu Kitchen Parties eingeladen?

Und zu guter letzt freu ich mich darüber, dass ich nach meiner dritten Woche hier neben den Begrüssungen und Essensbestellungen mittlerweile auch Gespräche über meine Familie, meine Essengewohnheiten, meine Freunde (ja, ihr! :-)) führen kann! Die Sprache ist echt einfach zu lernen und damit kommen wir zur Verabschiedung - Ha det bra! Oder wie die coolen Kids hier sagen: Ha det! Natürlich kann mans dann noch hyggelig haben, das toppt alles: Ha det hyggelig =)

Donnerstag, 2. September 2010

Krise in Nablus!

Argh! zum Glueck kann ich noch nicht auf arabisch fluchen, sonst wuerde ich hier einen Schwall arabischer Verwuenschungen niederwerfen - ueber mich selber. Das Fasten setzt naemlich langsam meinem Bewegungsapparat zu. Auch wenn ich von Natur aus immer etwas schusselig bin, waere mir das mit etwas im Magen sicher nicht passiert. Ich habe es geschafft eine Kaffeetasse ueber meinen Laptop zu schuetten. Und jezt sagen Enter-Taste und ihre Freunde: خلس (Es reicht)
Sie haben einfach keine Lust mehr mir Ihre Dienste anzubieten. Ihr seht, ich habe schon wieder Humor, gestern war der Tag des Zornes bei mir. Aber ich kann heute auch nur aus dem Grund wieder gelassen sein, weil meine Bekannten mir so toll helfen. Ein Nachbar ist Computerspezialist und checkt gerade schon meine Garantie fuer den Laptop. Er hat mir seinen fuer das Wochenende geliehen und eine Webcam habe ich auch. Trotzdem werde ich wahrscheinlich EINEN Monat ohne meinen geliebten Computer ausharren muessen! (Ich liebe meinen Computer!) بهب الكمبيوتار!
ِAber was soll ich machen. Ich kann jetzt nichts aendern und muss das Beste daraus machen. Schluss jetzt mit diesem Thema. ZU den Neuigkeiten aus Nablus: ااخبار من نابلس
Das Arabische wird step bei step besser. Dafuer sind aber auf jeden Fall gewisse Leute hier verantwortlich, die konsequent mit mir nur arabisch sprechen. Vor allem Lama (Ihr seht sie auf dem Bild meines letzten Eintrags) hilft mir unheimlich und meine tollen Mitbewohnerinnen. Habe schon fast Alltag im Unileben, auch wenn ich noch immer nicht geschafft habe, meinen Studentinnenausweis machen zu lassen. Aber die Seminar sind toll und meine KommolitonInnen in den Seminaren sehr nett und hilfsbereit. Ich bin gerade auch schon dabei meine Hausarbeitsthemen zu recherchieren. Denn hier haben wir nur bis Mitte Dezember dafuer Zeit. Was meine Praktikumssuche angeht, gibt es auch schon Fortschritte. Vielleicht werde ich dafuer aber den Standort nach Jenin wechseln muessen. Dieses Wochenende wird aber erstmal relaxt, viel geschlafen (so uebersteht man besser den Durst und das leere Magengefuehl) und fuer die Uni und Arabisch gelernt. Naechstes Wochenende gehts dann ab nach Al Quds (Jerusalem), wo ich mich mit einem Mitarbeiter der UNRWA treffen werde. Heidi, meine alte Gastmama aus Amman, und ich planen gerade eine gemeinsames Wochenende in der Stadt. Weil Zuckerfest sein wird hat sie eine langes Wochenende und zu zweit eine Stadt zu entdecken ist immernoch schoener als alleine. Also drueckt die Daumen, dann bekommt Ihr auch schoene Bilder :)
Ich druecke Euch und schaue mal auf meiner Kamera, ob es neue Fotos gibt, Eure Birthe
Jaha! Heute gibt es etwas Botanik. Zum ersten Mal habe ich einen Granatapfelbaum gesehen und gleich fotografiert. Das Bild ist Dir gewidmet, Mama!
PS.: Wenn Ihr mir Emails schreiben wollt, bitte an Springer(at)daad-alumni.de oder springeb(at)students.uni-marburg.de. Habe die Passwoerter meiner anderen Adressen auf dem laptop :(
CIMG0308CIMG0303

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