Teheran (Iran)

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Große Ferien in Südiran

Die ersten sechs Schulwochen sind beendet und werden mit einem 10tägigen Urlaub belohnt.

Die Abenteuer der Reise nach Bandar Abbas (Persischer Golf) und Kerman, beginnen bereits am ersten Tag und werden auch erst am letzten Tag enden. Die Reise ist auf der einen Seite positiv durch besondere Landschaften gezeichnet, auf der anderen Seite stehen leider auch einige negative menschliche Erfahrungen. Beides muss erstmal verarbeitet werden.

Beginnt der Winter in Teheran um sich zu greifen, ruft der warme Süden des Iran mit 30 Grad und blauem Himmel. Der Nachtzug ist ausgebucht und so stehe ich vor einem uralten Mercedesbus der mich in 21 h (!!!), anstatt normalen 15 h, an den Golft bringt. Dort verbringe ich die nächsten fünft Tage.

Auf dem Donnerstagmark in Minab

Markt-in-Minab

Viehhaendler-in-Minab

Auf den vorgelagerten Inseln Hormuz und Qeshm

Mangrovenwaelder

Groesste-Salzhoehle-der-Welt

Fischerdorf-Laft-auf-Qeshm

Bandar Stadt

Fischermarkt-Bandar

Durch große Zufälle treffe ich drei Schulkameraden in Bandar, gemeinsam mit zwei Italienern verbringen wir einige Tage und teilen uns die Taxifahrten (insgesamt sechs Leute). Auch Iran ist zu klein, um mal ein paar Tage Ruhe vor den Ausländern zu haben.

Leider mache ich während der Reise die Erfahrung, dass Ausländer nicht nur interessiert betrachtet werden, sondern man sich den ganzen Tag als beobachteter Schauspieler fühlt, der sich 100mal "Helllo Mister, how are you?" anhören muss, ohne ein wahres Interesse der Iraner zu spüren. So stumpft man ab, und wendet sich etwas vom Volk ab.

Kerman erkunden wir teilweise zu zweit oder zu dritt. Die Stadt zeichnet sich durch ein Wüstenklima aus, welches hohe Tagestemperaturen (25 Grad) und Frost in der Nacht beschert. Die nächsten fünft Tage erkunden wir die Region.

Die Gärten von Mahan

Garten-von-Minab

Die Wüste Kalut

Wueste-Kaluts

Den Erdbebenort Bam

Arg-e-Bam

Kerman

Freitagsmoschee-Kerman

Bazar-Kerman

Sonntag, 28. November 2010

Salz und Kälte in Tabriz

Wir, ein Klassenkamerad und ich, tun es vielen Teheranis gleich und flüchten nach der Bekanntgabe des zwangsweisen Smogurlaubs in den hohen Nordwesten des Landes.

Nach einer recht gemütlichen Nachtbusfahrt erwartet uns die kalte Morgenluft (um den Gefrierpunkt) in Tabriz. Dieser Kälte und der Dunkelheit entfliehend drinken wir unsere ersten drei Tee im Imbiss. Gestärkt begeben wir uns auf Stadtbesichtigung. Diese folgt dem folgenden Muster: Besichtigung - Tee - Besichtigung - Essen - Besichtigung - Tee - ... und findet tolle kulinarische (Forelle, Abguscht) und kulturelle (Bazar, Moschee) Höhepunkte. Müde fallen wir in einen 12stündigen Schlaf.

Teehaus-Tabriz

Am frühen Morgen geht es mit dem Minibus in das Bergdorf Kandovan. Die Landschaft und die Felshäuser bringen uns schon ins schwärmen.

Bergdorf-Kandovan

Als wir am Nachmittag auf dem Weg zum Orumiyeh-See sind, erwartet uns jedoch die Überraschung. Der See zieht sich zurück und hinterlässt eine Einöde und Salzkruste so weit das Auge reicht. Zunächst entsetzt, zieht uns diese Landschaft in den Bann und bedarf keiner weiteren Worte. Die Stille ergreift uns und lässt uns nicht mehr los.

Salzsee

Sonnenuntergang-am-See

Wir beenden den Ausflug in einem bequemen Nachtzug zurück nach Teheran.

Freitag, 26. November 2010

Was man dem hießigen Smog alles verdankt ...

Jeden Tag stürze ich mich auf ein neues in den Smog einer 12 Millionen Einwohnerstadt. Schon beim erreichen der Bushaltestelle sticht einem der Geruch der alten Automotoren in die Nase ... das warten auf einen mäßig überfüllten Bus bringt einem schon die ersten Kopfschmerzen.

Von den Bergen sieht man leider nur sehr wenig von der Stadt, die einen Dauerschleier aus Smog und Dreck umsich hat. Ganz am oben am Horizont erkennt man den blauen Himmel - darunter verliert sich alles im Grau.

Sportliche Aktivitäten außerhalb der vier Wände rauben einem sofort dem Atem und fördern das Gefühl der dauerhaften Ermattung.

Doch etwas Gutes hat es dann doch. Für zwei Tage erklärt die Regionalverwaltung Zwangsferien, d.h. alle Teheranis flüchten umgehend aus der Stadt in den Urlaub und die Regierung hofft, dass sich der Staub bald etwas gelegt hat.

Montag, 15. November 2010

Täglich grüßt das Murmeltier

oder die Lehrerin im Sprachkurs.

Pünktlich um 7 Uhr klingelt der Wecker, die Augen öffenen sich und man fragt sich: warum? Der Sprachkurs beginnt doch erst in zwei Stunden. Wenn da nicht die lange Anfahrt und der alltägliche Morgenstau wäre - 1,5 Stunden vergehen schnell.

Ich erreiche den Unterricht und habe das erste mal das Gefühl, wieder schlafen zu müssen.

Zur Zeit verstärkt sich dieses Gefühl leider auch während des Unterrichts. Die Methoden sind sehr konservativ, d.h. die Lehrerin spricht und wir spielen vorgegebene Dialoge nach. Das fördert wohl das kreative und eigenständige Denken!?

So können wir schön Wetten abschließen, was als nächstes passiert. Denn täglich begrüßt uns der selbe Ablauf. Einen Kreativsprung erlebt man dann auch schon, wenn man mal einen Satz an die Tafel schreiben muss.

Die Chinesischen Studenten zeichnen sich durch die gebetsartige Wiederholung des Wortes 'bale' = Ja aus. Dies verdeckt das sie wenig/ nichts verstehen und dem Unterricht nur sehr bedingt folgen können.

Wenn verwundert es, wenn die mündliche Sprachprüfung ein vorher auswendig gelernter Dialog ist. Jetzt hoffen wir alle, dass das Personal im Hotel auch diesen kennt und uns in der Praxis keine andere Fragen stellt.

Zum Glück lernen wir viele neue Wörter, welche man dann doch nach dem Unterricht ausprobieren kann. Der Hotelier kennt den Dialog tatsächlich nicht :-)

Samstag, 13. November 2010

Touchal 3965 Meter über Null

Nachdem ich mich am Vortrag mit einem 12 stündigen Schlaf von den Anstrengungen der Universität und der letzten Reise erholt habe, klingelt um 05:30 Uhr der Wecker. Der Berg ruft.

Nach einem kleine Frühstück, teile ich den vollen Bus und später die Taxis mit vielen, vielen iranischen Wanderern und befinde mich gegen 7 Uhr am Ausgangspunkt der Wanderung (Darband 1700 M.ü.N.).

Nachdem ich mich freundlich nach dem Weg erkundige, bin ich auch gleich in Begleitung eines älteren Herrens. Bei bestem Wetter beginnen wir den Aufstieg zur Wanderhütte Shirpala, welche wir nach 2,5 Stunden erreichen.

Berghuette-in-Teheran

Hier trennen sich unsere Wege und die letzten 3-4 h Aufstieg liegen vor mir. Mit jedem Schritt nähere ich mich dem Berg und meinen eigenen Grenzen. Es herrscht Stille, die Sonne brennt und das einzige was ich höre, ist mein eigener Herzschlag. Diese Höhe und die körperlichen Anstrengungen lassen einem jeden Schritt spüren - hinter jeder Kuppe wünscht man sich den Gipfel.

Gipfel-Touchal

Ich-auf-dem-Gipfel

Als dieser erreicht ist, bleibt zunächst wenig Freude, der Körper will Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe. Nach einer Gipfelstärkung werde ich mit einem unglaublichen Ausblick und eisigen Temperaturen belohnt.

Mt-Damavand

Nach fast 6 h Aufstieg, möchte ich mich nur noch in die naheliegende Seilbahnsetzen und nach unten schweben. Hier beginnt der traurige Teil der Wanderung. Alle Skifahrer haben natürlich den selben Gedanken und erst nach 3,5 h Warten und Fahren erreiche ich müde, eiskalt und frustriert die Talstation. Lediglich die Abendsonne sagt mir Gute Nacht.

Sonnenuntergang

Mit einer warmen Dusche, warmen Essen und lieben Worten von meiner Freundin aus Deutschland falle ich müde um 21 Uhr ins Bett ... und kann vor körperlicher Anstrengung keinen Schlaf finden.

Dienstag, 2. November 2010

...

Am vergangen Wochenende nutzen wir das gute Wetter und begeben uns in die Hausberge von Teheran.

HausbergeTeheran

Wir? Zusammen mit Jusef, einem äußerst netten und bergbegeisterten Iraner - den ich auf meiner letzten Tour kennen gelernt habe, geht es in den frühesten Morgenstunden los.

Entegen jeder Erwartung, sind hunderte von Iranern auf dem selben Weg und die Bergpfade füllen sich mit Menschen. Nach wenigen Metern wird einem bewusst warum. Die Aussicht auf die Stadt, die Natur und die frische Bergluft rechtfertigen jede Mühe!Und wer diese Mühen vermeiden möchte, setzt sich einfach in den Sessellift ... so entstehen solche Bilder.

FrauenindenBergen

Neben der Natur erleben wir zwei Wanderer schöne gemeinsame Stunden, Erfahrungen und Kulturaustausch (spätestens beim Essenstausch)

Ausgezeichnete Wandermöglichkeiten und Berghütten warten weiterer Erkundungen ... wenn der Winter noch etwas auf sich warten lässt.

Dienstag, 26. Oktober 2010

Die erste Reise

Nach zwei Wochen in Iran kommt langsam das Gefühl auf angekommen zu sein, seinen Platz in dieser Stadt und in diesem Land für die nächsten füng Monate zu finden.

Dennoch fällt es einem schwer die unzählbaren Eindrücke, Bilder, Erfahrungen und Gespräche eines jeden Tages zu verarbeiten und einzuordnen. Ein Zwischenfazit scheint unmöglich.

Und dennoch soll gesagt sein, dass die Iraner mich auf meiner ersten Reise in die Berge Gilans (Rasht) immer mit freundlichen und hilfsbereiten Armen aufgenommen haben. Die spärlichen Sprachkenntnisse führen zu ersten Kontakten und äußerst Interessanten Ereignissen (Autofahrt mit Polizisten, Abendessen in einem Bergdorf, einen gutem Haarschnitt, ...).

Bergdorf-Masuleh

Täglich Spracherfolge steigern die Motivation in den inzwischen begonnen Sprachkursen intensiv mitzuarbeiten und zu lernen. Doch dank der vielen anderen interessanten Dinge, beschränkt sich das Leben nicht darauf.

Herbstwald

Morgennebel-der-Berge-Gilans

Hier steht nunmehr der Herbst ins Land. Gerne möchte ich deswegen die Novemberwochenende für Ausflüge in den Norden nutzen, bevor dieser im Schnee versinkt.

Dienstag, 12. Oktober 2010

Die ersten Eindruecke

Das Leben tost den ganzen Tag - die Grossstadt Teheran scheint einen zu verschlingen und fuer immer fuer sich behalten zu wollen.

Teheran

Doch fuer den Ruhe liebenden Deutschen aus Marburg, ist dieser Verkehr und die schier unendliche Groesse unbegreiflich. In der Folge werden kleine Aufgaben, wie U-Bahn fahren und bestimmte Geschaefte zu finden, zu einer richtigen Aufgabe.

Doch die Gastfreundschaft faengt einen auf. Kein Problem bleibt ungeloest und die neuen Freunde sind gleich zur Stelle. Ich frage mich nur, wie man diese Fuersorge jemals wird begleichen koennen.

Und so wird es moeglich, dass man bereits in den ersten Tagen zum grossen Bazar aufbricht, die halbe Stadt aus dem Auto kennt und zum Fussballderbi ins 100.000 Mann Stadion geht.

LichtSchatten

Am Abend, wenn etwas Ruhe im neuen Heim einkehrt, denke ich an all meine Freunde und Familie zu Hause. So schlaeft man mit einem weinenden und einem lachenden Auge ein.

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Teheran (Iran)

Am 08. Oktober 2010 beginnt das Abenteuer Teheran.

Die Vorfreude auf ein unvergleichliches Abenteuer, wird durch die Traurigkeit über die zurückbleibende Familie, Freundin und Freunde getrübt.

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